Geschlossene Gesellschaft

Heute

Auf einen Blick

  • Fürth
  • 09.12.2022
  • 10:25

Stück in einem Akt von Jean-Paul Sartre Deutsch von Traugott König

Haben Sie sich schon einmal überlegt, wie das Jenseits aussehen könnte – ganz zu schweigen von der Hölle? Im berühmten Bühnenstück des französischen Existenzialisten, Philosophen und Theaterautors Jean-Paul Sartre können Sie das erleben. Inès, Estelle und Garcin, die sich alle drei im irdischen Leben etwas zu Schulden haben kommen lassen, sind durch Gasvergiftung, Lungenentzündung beziehungsweise zwölf Kugeln zu Tode gekommen. Ein eigenwilliger Kellner begrüßt sie in einem Salon eines Hotels mit künstlichem Licht, das man nicht abdrehen kann. Unentrinnbar fristen sie auf engstem Raum ihr unterweltliches Dasein – jedoch ganz ohne Folterwerkzeuge oder Ähnliches. Garcin, der ein Held sein will, Inès, die auf Frauen steht, und Estelle, die zu jung geheiratet hat, sind verdammt, sich gegenseitig zu quälen. In der Hölle sind sie Peiniger und Gepeinigte zugleich. Selbsttäuschung und Unaufrichtigkeit den anderen gegenüber funktionieren nicht mehr. Doch selbst als „Tote“ hängen sie noch an ihren Lebenslügen, ihren eitlen Bildern von sich selbst und wollen der Wahrheit nicht ins Auge sehen. Sartres Drama, 1944 im besetzten Paris geschrieben, ist eine fesselnde Analyse des menschlichen Zusammenlebens. Der Philosoph glaubt, dass jeder Mensch frei in seinen Entscheidungen ist. Dennoch versagt er oft dabei, diese Verantwortung für sein Handeln auch zu übernehmen. Stattdessen verliert er sich in Rechtfertigungen, um sein eigenes Verhalten nicht ändern zu müssen. Der in Fürth regelmäßig arbeitende Regisseur Barish Karademir wird „Geschlossene Gesellschaft“ im Kulturforum neu inszenieren.


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